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Barbara Hendricks wurde in Stephens, Arkansas geboren und erhielt ihre musikalische Ausbildung
an der Juilliard School of Music in New York (von der sie im Mai 2000 mit der Ehrendoktorwürde
ausgezeichnet wurde) bei der Mezzo-Sopranistin Jennie Tourel. Zuvor hatte Barbara Hendricks an
der Universität von Nebraska Mathematik und Chemie studiert und bereits im Alter von 20 Jahren
die Auszeichnung "Bachelor of Science in Mathematics and Chemistry" erworben. Von Juilliard
graduierte sie als "Bachelor of Music".
1974 markiert das internationale Bühnendebüt der Künstlerin in den USA an der Oper von San Francisco
und Europa beim Glyndebourne Festival. Darauf folgend eroberte Barbara Hendricks alle wichtigen
Opernhäuser der Welt, einschließlich der Met, der Scala, Govent Gardens und der Wiener Staatsoper.
Die Rolle der Susanna in Mozarts "Le Nozze di Figaro", die sie 1978 in einer Neuproduktion an der
Deutschen Oper Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim sang, wurde zu einer
Schlüsselrolle, in Häusern wie Hamburg und München war dies der Einstand - in Berlin wirkte Barbara
Hendricks in der letzten Vorstellung des Werkes mit, die Karl Böhm vor seinem Tode dirigierte.
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Das aktive Opernrepertoire der Künstlerin umfaßt 20 Rollen, von denen Barbara
Hendricks bereits 12 auf Tonträger eingespielt hat. Bei Mozart sind dies neben der
Gräfin und Susanna die Pamina (Zauberflöte) und Ilia (Idomeneo), bei Strauss die
Gräfin (Capriccio) und Sophie (Rosenkavalier) - im Französischen Fach Antonia
(Les Contes d´Hoffmann), Micaela (Carmen), Manon (aus der gleichnamigen Oper Massenets),
Juliette (Romeo et Juliette von Gounod) sowie Mélisande (Pelléas et Mélisande von Debussy)
und schließlich die Italienischen Rollen der Liù (Turandot) - zuletzt 1998 die historische
Aufführung in der verbotenen Stadt in Peking mit Zubin Metha - und Gilda (Rigoletto).
Ihr Filmdebut gab Barbara Hendricks als Mimi (La Bohème), Regie Luigi Comencini - 1999 war
die Künstlerin Mitglied der Jury des Internationalen Film Festivals in Cannes unter der
Präsidentschaft von David Cronenberg. Im Herbst 1993 wirkte Barbara Hendricks bei der
feierlichen Wiedereröffnung des Ronacher-Theaters, Wien mit den Wiener Philharmonikern
unter Zubin Mehta mit - hier mit Operette. 1994 sang sie die Partie der Anne Truelove unter
Esa-Pekka Salonen in einer preisgekrönten Verfilmung von "The Rake's Progress". Im März 2000
fügte sie ihrem Repertoire die Rolle der Tatjana (Eugen Onegin) in Nizza hinzu.
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Barbara Hendricks gilt seit ihrem New Yorker Town Hall Debüt als eine der bedeutendsten und aktivsten
Interpretinnen der Kunstform des Liedes. Neben ihrem großen Deutschen Lied-Repertoire sind ihre
Interpretationen der Französischen Mélodies sowie der Skandinavischen und Amerikanischen Lieder
berühmt. Unter den Pianisten, mit denen die Künstlerin bisher zusammenarbeitete, befinden sich Dmitri
Alexeev, Michel Béroff, Yefim Bronfman, Michel Dalberto, Youri Egorov, Ralf Gothoni, Radu Lupu,
Maria Joao Pires, Roland Pöntinen, Staffan Scheja, Andras Schiff und Peter Serkin.
Aus Liebe zur Kammermusik wirkt Barbara Hendricks so oft wie möglich bei Kammermusikfestivals in verschiedenen
Formationen mit. Mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Leonard Bernstein, Sir Colin Davis, Antal
Dorati, Carlo Maria Giulini, Bernhard Haitink, Herbert von Karajan, Lorin Maazel, Sir Neville
Marriner, Zubin Mehta, Wolfgang Sawallisch oder Sir Georg Solti arbeitet(e) die Künstlerin nicht
nur regelmäßig, sondern hat auch über 80 Plattenaufnahmen eingespielt, die heute zu den bestverkauften
Aufnahmen gehören. - Seit nunmehr 20 Jahren verbindet Barbara Hendricks ein Exklusivvertrag für
Soloaufnahmen mit der EMI.
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Barbara Hendricks sang 1994 erstmals beim Montreux Jazz Festival. Seither ist sie regelmäßig
bei den führenden Festivals auf der ganzen Welt zu Gast. Orchester-Tournéen führten die
Künstlerin (neben ihren fast jährlichen Reisen mit Liederabend-Terminen) in den Jahren
1977 mit Karajan, 1985 mit Bernstein, 1986 mit der Wiener Staatsoper und 1996 mit der Hamburgischen
Staatsoper nach Japan. Neben ihrem stark ausgebuchten Terminkalender in Europa und den USA
besucht Barbara Hendricks abwechselnd Südamerika und Asien und tritt bei zahlreichen internationalen
Festivals auf.
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Barbara Hendricks schätzt und fördert auch zeitgenössische Musik - so sang sie 1974 mit
Sir Georg Solti und dem Chicago Symphony Orchestra die US Premiere von Un Espace Déployé
von Gilbert Amy, ebenfalls unter Solti die Uraufführung von David Del Tredici´s Final Alice -
eine Rolle, mit der Barbara Hendricks auch mit den Boston, Philadelphia, Cleveland Symphony
sowie Los Angeles und New York Philharmonic interpretierte. Die amerikanische Erstaufführung
von Penderecki´s "Dies Irae" folgte 1976 mit Los Angeles Philharmonic unter Zubin Mehta. Als
Ehrengast Lord Jehudi Menuhins anläßlich seines 80. Geburtstags interpretierte die Künstlerin 5
kurze für dieses Jubiläum komponierte Stücke zeitgenössischer Komponisten - schließlich im Jahre
1997 hob sie Lieder des Japanischen Komponisten Mari Takano aus der Taufe. Kurz zuvor 1996 sang
sie die Welturaufführung von Tobias Pickers "The Rain in the Trees" mit dem Pittsburgh Symhony
Orchestra unter Lorin Maazel. 2000 sang Barbara Hendricks ein Auftragswerk des Gotland Festivals
zu ihren Ehren - von Sven-David Sandström "Mölna Elegy" für Klaviertrio und Stimme.
Im Jahre 2002 sang sie die Welturaufführung eines Werkes von Bruno Mantovani’s Das erschaft der
Dichter nicht, die ebenfalls für sie – diesmal im Auftrag des „Ensemble Intercontemporain de
Paris“ – komponiert wurde. Zwei weitere Welturaufführungen finden 2004 statt - Arvo Pärt’s „l’Abbé
Agathon“ für acht Violoncelli und Sopran, ein Auftragwerk des Festival L’Ensembles de Violoncelles
in Frankreich. Und am Ende des gleichen Jahres die Rolle “The Angel” in einer Oper von Peter Eötvös
basierend auf dem Schauspiel “Angels in America” von Tony Kushner im Châtelet Theatre, Paris.
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Seit 1987 setzt sich Barbara Hendricks als Ehrenbotschafterin der Vereinten Nationen für die
Belange von Flüchtlingen ein und besucht weltweit Flüchtlingslager. 1991 und 1993 gab sie
Konzerte in den vom Bürgerkrieg in Jugoslavien stark betroffenen Städten Dubrovnik und Sarajevo.
1998 gründete die Künstlerin eine Stiftung, die der Konfliktvorbeugung bzw. der Versöhnung und
Befriedung bestehender Konflikte gewidmet ist. 2001 erhielt sie den “Lions Club International
Award” in Anerkennung der Verdienste und zur Unterstützung dieser Stiftung. Neben zahlreichen
Auszeichnungen und Ehrendoktortiteln Amerikanischer und Europäischer Universitäten wurde die
Künstlerin 1990 als „Honorary Member of the Institute of Humanitarian Law“, in San Remo/Italien
ausgezeichnet. Im Jahre 2004 wurde Barbara Hendricks für die Verteidigung von Werten wie Humanität,
Ehrlichkeit und Demut von der Universität von Gerona, Spanien mit dem „Premio Internacional Xifra Heras”
ausgezeichnet.
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Nachdem sie 1986 von der französischen Regierung den Titel „Commandeur des Arts et des Lettres“ erhielt,
wurde sie 1992 durch Präsident François Mitterand zum Ritter der französischen Ehrenlegion geschlagen.
Barbara Hendricks ist Mitglied der königlichen Schwedischen Musikakademie – im Jahr 2000 erhielt sie
den Spanischen „Duca de Asturias“ Orden für ihr Eintreten für die Menschenrechte und ihren künstlerischen
Beitrag zum Weltkulturerbe. 2001 sang Barbara Hendricks auf besonderen Wunsch bei der Nobelpreisverleihung
an Kofi Annan in Oslo sowie im Mai 2002 bei der Unabhängigkeitszeremonie von Ost-Timor ebenfalls auf
Einladung des Uno-Generalsekretärs.
Barbara Hendricks lebt seit 1977 in Europa und ist schwedische Staatsbürgerin.
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