| Speech by Mrs Hendricks, 5. Jahrestages, Düsseldorf, den 3. Oktober 1995 (German version) | ||
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Deutsche Wiedervereinigung Es ist eine grosse Ehre für mich, zur Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 5. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands eingeladen zu sein, einem Ereignis, das noch vor kurzem undenkbar schien. Aber der Fall der Berliner Mauer, jenes schrecklichen Symbols des kalten Krieges und der schmerzlichen Teilung Europas, hat uns nicht nur Anlass zur Freude gegeben, sondern uns auch vor grosse Herausforderungen gestellt. Jetzt haben wir die Möglichkeit und drängende Pflicht, die Welt nach dem kalten Krieg neu zu gestalten und auf das einundzwanzigste Jahrhundert mit neuem Vertrauen in die Ideale der Demokratie und neuen Zukunftsvisionen zuzugehen. Nach fast zehn Jahren als Botschafterin des Guten Willens für die Flüchtlingskommission der Vereinten Nationen bin ich zu der Auffassung gekommen, dass einzelne Länder, regionale und internationale Organisationen und vor allem die Vereinten Nationen sofort ihren Grundsatz ändern müssen, mit dem sie an viele Probleme herangehen, vor die wir weltweit gestellt sind. (Dies gilt insbesondere für bewaffnete Konflikte innerhalb eines Staates oder über staatliche Grenzen hinweg). Wir müssen lernen, präventiver Diplomatie und, wenn nötig, auch militärischen Friedensaktionen den Vorzug zu geben, statt, nachdem die Massaker, die Barbarei und die Massenflucht unter der Zivilbevölkerung begonnen haben, nur nachträglich humanitäre Hilfe zu leisten. Wir dürfen uns nicht nur auf das Lindern der Folgen beschränken. Wir müssen verhindern, dass unser Planet zu einem riesigen globalen Flüchtlingslager verkommt. Ich bin sicher, dass das neue vereinte Deutschland eine führende Rolle bei der Unsetzung dieses Zieles einnehmen wird. Erstens: innerhalb eines stärkeren Vereinten Europas, das hoffentlich schon bald seine dringend benötigte gemeinsame politische Stimme sowie den Willen, den Mut, die Mittel und die Taten finden wird. Damit schaffen wir eine Glaubwürdigkeit und verhindern, dass sich die Greuel und Schande der Tragödie in Ex-Yugoslawien nie wieder auf europäischem Boden wiederholen können. Zweitens: innerhalb der Vereinten Nationen, deren allgemeine Erklärung der Menschenrechte den grundlegenden Bezugspunkt für den Einzelnen und die Nationen darstellen wird, wenn sie weltweit wirklich und wahrhaftig umgesetzt wird. Es sollte uns dabei helfen, die Einzigartigkeit eines jeden von uns anzuerkennen und einander trotz unserer Unterschiede zu respektieren und - warum auch nicht - sogar Zuneigung für den anderen zu entwickeln. |
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